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Kartenverkauf gestartet

Von Frank Engel-Strebel (Kölnische Rundschau - 26.06.2024)

Junge Schauspieler vom Alfterer Freilichtwandertheater gaben zum Vorverkaufsstart erste Kostproben aus dem Märchenabenteuer „Zauberer von Oz“. Aufführungen sind im August und September.

Marietta Inden (13) steht als "Scheuch ohne Verstand" in ihrer ersten Hauptrolle.  Copyright: Frank Engel-StrebelSie spielte bereits die Tinkerbell in „Peter Pan“ und weitere kleinere Rollen beim Alfterer Freilichtwandertheater, doch nach den Sommerferien steht Marietta Inden zum ersten Mal in einer Hauptrolle vor großem Publikum: Die 13-Jährige wird die Vogelscheuche „Scheuch ohne Verstand“ in dem Abenteuerstück „Der Zauberer von Oz“ spielen: „Ein wenig aufgeregt bin ich schon, aber die Freude überwiegt“, meinte die junge Schauspielerin, die mit Teilen des Theaterensembles am Samstagvormittag am Herrenwingert mit einem sogenannten Kick Off den Kartenvorverkauf eingeläutet hat. Bunt kostümiert kamen die Akteure und die Band daher und gaben erste Kostproben des neuen Stückes, das wieder jede Menge Spaß, Spannung und Abwechslung verspricht.

Viele Passanten wurden neugierig und schauten dem Spektakel begeistert zu, als die 17-jährige Linda Bruns als Hauptfigur Dorothy Lieder und lustige Dialoge aufführte oder Norah Lehnen (16) in ihrem aus Konservendosen und Deckeln geschneiderten Kostüm als „Blechbüx ohne Herz“ mit flotten Dialogen die Zuschauer begeisterte. Auch Norah war bislang in kleineren Nebenrollen zu sehen, seit zehn Jahren mischt sie schon mit, war schon Dorfkind, Katze oder eine kesse Ratte. Jetzt spielt auch sie ihr erste Hauptrolle: „Das ist aufregend, eine große Zeit für mich, und es ist schön, wenn wir alle zusammenkommen und miteinander spielen.“ Dann ist da noch die 23-jährige Nadine Orth, die den „Löwen ohne Mut“ gibt und ebenfalls bereits der Premiere entgegenfiebert.

Im klappernden Kostüm der „Blechbüchse ohne Herz“ steckt Norah Lehnen.  Copyright: Frank Engel-StrebelDie drei gehören der „Gang“ an, die Dorothy in der Geschichte zur Seite steht. Darum geht es: Bei einem Sturm wird Dorothy mit ihrem Elternhaus und ihrem Hund Toto in des Märchenland Oz geweht. Dort landet sie mitsamt dem Haus auf der bösen Osthexe, wo Toto deren roten Schuhe in der verlassenen Hexenhöhle findet. Die von der Hexe unterdrückten Mümmler sind begeistert und machen Dorothy zur Nationalheldin. Die will aber nur wieder nach Hause. Von den Mümmlern erfährt das Mädchen, dass nur der Zauberer helfen kann. Sie schlüpft in die roten Schuhe und macht sich auf den Weg zur Smaragdstadt des Zauberers von Oz. Doch sie wird von der bösen Wetterhexe verfolgt, die die Schuhe möchte, um über Oz zu herrschen. Unterwegs trifft sie ihre neuen Freunde Scheuch, Blechbüx und den ängstlichen Löwen, die zu Weggefährten auf einer spannenden und abwechslungsreichen Reise werden.

Proben für das Stück laufen schon

In Szene gesetzt, wurde das Stück, das 1900 als Kinderbuchklassiker von Lyman Frank Baum erschienen und 1939 mit Judy Garland verfilmt worden ist, wie die Theaterspiele der vergangenen Jahre auch wieder von Regisseur Bernhard Altfeld. Die Musik steuerte Peter Philipzen bei, der die meisten Stücke eigens für die Freilichtbühne geschrieben hat. Gemeinsam mit Mareike Osenau und Ulrike Beseke erarbeitete Altfeld die Textfassung.

Die Proben für das Stück laufen bereits seit einigen Monaten. Eigentlich war geplant, dass die Premiere und die ersten Aufführungen - wie stets in den vergangenen Jahren - diesmal auch vor den Sommerferien über die Bühne gehen sollten. Dass dem nicht so ist, liegt daran, dass der Bau der Hauptbühne am Buchholzweg noch nicht abgeschlossen ist.

Die Band.  Copyright: Frank Engel-StrebelEs kam zu Verzögerungen, weil die für die Bühne geplanten Fundamente, die mit großen Schrauben im Boden verankert werden sollten, trotz eines Bodengutachtens nicht getragen hätten, erläuterte Thomas Lehnen vom Vorstand des Freilichtbühnen-Vereins. Deswegen habe nun für den Bühnenaufbau umdisponiert und eine Bodenplatte gegossen werden müssen. Die Verzögerung geht auch mit höheren Kosten einher. Zum Glück habe es eine Förderung über 100.000 Euro von der NRW-Stiftung gegeben, weitere 10.000 Euro von der Faßbender-Stiftung und der Verein könne auf Rücklagen zurückgreifen, erklärte Vorstandsmitglied Peter Kraushaar.

2018 hatte der Freilichtbühnen-Verein beantragt, seine Kernbühne am Buchholzweg zu erweitern. Grünes Licht gab es sowohl aus der Alfterer Politik als auch von den zuständigen Aufsichtsbehörden des Rhein-Sieg-Kreises. Voraussetzung war, dass sich die Bühne und die Gebäude in das Landschaftsbild einfügen, da sich das Gelände im Landschaftsschutzgebiet befindet. Wegen der Bauarbeiten wich 2023 das Ensemble mit seinem Stück „Die Seeräuberinsel“ in den Schlosspark aus, wo vor 22 Jahren mit dem Stück „Die kleine Hexe“ einmal alles begonnen hatte.

Nadine Ort als „Löwe ohne Mut“  Copyright: Frank Engel-StrebelDamit sich die Bühne in das Landschaftsbild einfügt, entsteht ein fest installiertes Ständerwerk mit einer Holzkonstruktion. Die Kulissen werden sich künftig an dieses Ständerwerk anlehnen und entsprechend angepasst. Gebaut werden noch kleinere Gebäude links und rechts der Bühne für das Catering, die Kasse und für die Lagerung von Requisiten und die Klappstühle, die an die Zuschauer verteilt werden.

Gespielt wird der Zauberer von Oz - wie gehabt - nicht nur auf der Hauptbühne, sondern auch wieder in der Tannensenke unterhalb des Friedensweges, wo das Land „Irgendwo“ entsteht. Dritter Schauplatz des Wandertheaterstückes ist der Aussichtspunkt Böhling.

Hauptrollen sind doppelt besetzt

Alle Hauptrollen sind doppelt besetzt für den Fall, dass am Spieltag jemand aus gesundheitlichen Gründen ausfällt. Das Besondere in diesem Jahr ist, dass die Stammbesetzung, unter anderem Theater-Urgestein Ralf Hafner, der die böse Hexe mimt, diesmal in der zweiten Reihe steht: „Wir wollen unseren Nachwuchs fördern und schicken jetzt die jüngere Generation an die Front“, so Kraushaar.

Rund 60 Schauspieler, Laien, aber auch Profis, stehen in diesem Jahr auf der Bühne. Noch einmal 60 Personen sorgen hinter der Bühne dafür, dass alles reibungslos klappt. Wie immer ist es eine inklusive Theaterfamilie. So wirken auch Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen mit, auch Altersgrenzen gibt es keine, so Peter Eßer vom Vorstandsteam. Die jüngste Akteurin ist die dreijährige Pauline Schell, die einen Mümmler spielt, die älteste Teilnehmerin die 86-jährige Ulrike Eschweiler, die hinter den Kulissen mithilft. Damit auch gehörlose Menschen das Theaterstück verfolgen können, wird es - wie im vergangenen Jahr erstmals ausprobiert - an zwei Spieltagen (8. und 14. September) Gebärdendolmetscherinnen geben. Obwohl die Premiere diesmal erst Ende August ist, wird es wie gewohnt zehn Aufführungen geben.

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