Hintergrundinformationen

Was heißt „Freilicht–Wander–Theater“?
Das ist Theater unter freiem Himmel. Ein Kulturerlebnis im Wald und auf Wiesen. An verschiedenen Schauplätzen werden kleine und große Zuschauer einer spannenden Theaterinszenierung folgen. Das Publikum erlebt am ersten Schauplatz eine Spielszene und  wandert dann zum nächsten Schauplatz und zum nächsten. Selbst die Wege zwischen den Schauplätzen sind inszeniert. Mit Fantasie und Spielfreude finden sich dort sletsame Wesen, maskengestalten, sprechende Büsche, Drachen...  Das Publikum bewegt sich im Freien und wird für zwei Stunden in eine völlig andere Welt entführt.

 Warum ein solches Projekt?

 „Freude und Kollektivität schaffen Aufführungen, die gerade wegen der besonderen Energie „einzigartig“ sind. Die eine Welt zeigen, die nur durch eine Gruppe von Menschen zustande kommen konnte und nicht aus dem individuellen Konzept eines einzigen gequälten Gehirns.“
(Luk Perceval)

Freilichtwandertheater Alfter ist ein von Alfterer Bürgern tatkräftig unterstütztes Sommertheater. Unter der Anleitung von Regisseuren, Theaterpädagogen und weiteren künstlerischen Mitarbeitern bereiten sich über hundert Darsteller fast alljährlich auf ein Theaterstück vor.
Menschen unterschiedlicher Generationen und verschiedener Lebensstile, Einheimische und Zugezogene – Menschen, die ohne dieses Projekt vielleicht nie etwas miteinander zu tun bekommen hätten, finden hier zusammen. Im gemeinsamen künstlerischen Tun werden alle Unterschiede plötzlich unwichtig. Es entsteht ein Ensemble, das über die Theaterinszenierung hinaus Verbindungen schafft. Toleranz gegenüber Andersdenkenden wird zur selbstverständlichen Qualität im Ensemble.

·                     Menschen entdecken ihr schöpferisches Potential.
·                     Die Spielfreude bringt Lebensfreude.
·                     Der erfolgreiche Auftritt vor Publikum stärkt Selbstvertrauen und Lebensmut.

Der erfrischende Spielspaß, den ein Ensemble dieser Art auf die Bühne bringt, lässt die Aufführungen für Publikum und Mitwirkende zu einem unvergesslichen Ereignis werden.
Wie der Regisseur Peter Brook schreibt: „Der menschliche Kontakt ist die einzige unentbehrliche Wirklichkeit.“
Wie legen in unserem Projekt einen großen Wert auf das Miteinander. Unsere Welt ist stark von Vereinzelung geprägt und wir sind davon überzeugt, dass ein Theaterereignis dieser Art das soziale Leben fördert und stärkt.
Dabei gehen wir davon aus, dass jeder Mensch nicht nur die Sehnsucht künstlerisch tätig zu sein in sich trägt, sondern in der Regel auch die Fähigkeit dazu.
Daher entspringt die Idee, die hinter dieser Form des Theaters steht, aus dem Bedürfnis heraus, Kunst erlebbar zu machen als etwas, das jeder leben kann; also mit Kunst umzugehen, die nicht nur in den etablierten und subventionierten Elfenbeintürmen statt findet.
Wir wollen spürbar machen, dass Kunst etwas ist, das man nicht studiert haben muss, um es tun zu können, dass die künstlerische Tätigkeit etwas sein kann, das im eigenen Ort statt findet, etwas, an dem ich mit meiner persönlichen Ausdruckskraft, mit meiner Kreativität aktiv teilnehmen und mitgestalten kann.
Die Resonanz, die auf diese Idee hin entstand, war dermaßen groß, dass nicht zu übersehen war, dass viele Menschen ein elementares Bedürfnis haben, diese Form der Kultur aktiv mitzuerleben. Auch die Sehnsucht gemeinsam etwas zu schaffen steht hier im Mittelpunkt der Motivation.

Wer spielt ?
Über 150 Mitspielerinnen, Mitspieler, Musiker und Musikerinnen, SängerInnen, HelferInnen hinter der Bühne jeden Alters. Die meisten kommen aus Alfter, einem Ort mit über 24.000 Einwohnern.
Profis und theaterbegeisterte Laien finden zusammen, und das in der Landschaft, in der sie leben. Bei Wind und Wetter wird geprobt. Jeder, der mitmachen möchte, kann sich einbringen.
Und da das Interesse jedes Jahr groß ist, kommt eine ausgesprochen vielfältige Truppe zusammen. Menschen unterschiedlichster Charaktere und aus Berufen, wie sie verschiedener nicht sein können, ziehen gemeinsam an einem Strang.
Sogar ganze Vereine spielen mit oder unterstützen aktiv das Projekt, wie z. B. der Ortsausschuss, der Schützenverein, die freiwillige Feuerwehr, oder der katholische Frauenverein.

Wer steckt hinter dem Theater?
Die Initiatoren sind Künstler, die sich zusammen gefunden haben, um eine leb– und erlebbare Form der Kunst– und Kulturarbeit zu schaffen, welche sowohl die Spielenden und Unterstützenden, als auch die Betrachtenden, im äußeren wie im inneren Sinne bewegt.
In einem großen gemeinsamen Entwickeln und Durchführen eines künstlerischen Projektes soll so ein Ort der Verzauberung und Poesie entstehen.
Die dabei geschaffene soziale Plattform soll die Begegnung von Menschen aus den verschiedensten Sozialen Umfeldern ermöglichen.
Veranstaltet wird das Projekt von dem Förderverein Freilichtwandertheater Alfter e.V.

Die Initiatoren

Bernhard Altfeld
Aufgewachsen in der Schweiz. Ausbildung an der Mimenschule Ilg in Zürich (internat. Schule für Bewegungstheater), und zum Dipl. Theaterpädagogen an der FHS Ottersberg. Seit 1995 mit dem Komiker-Duo "Die Kavaliere" auf Tour.

Frohmut Klemm-Altfeld
Ausbildung zur Schauspielerin, Rezitatorin und Diplom-Schauspielpädagogin (Novalis- Schule- Stuttgart, FHS Ottersberg, Fachbereich Schauspiel mit Sprechkunst). Theaterarbeit mit drogenabhängigen jungen Menschen, Frauen in Untersuchungshaft, Studenten. U. a. Engagements als Schauspielerin an verschiedenen Theatern (Gretchen, Kleiner Prinz, Seeräuber Jenny, u. a.). Tourneen in Deutschland und der Schweiz.

Monika Timme-Hafner
Ausbildung zur Schauspielerin und Dipl. Theaterpädagogin. Seit 1991 freiberuflich tätig in Ausbildungs- und Bildungseinrichtungen für Erwachsene und benachteiligte Jugendliche. Theaterprojekte in Flüchtlingswohnheimen, Drogentherapie, Pflegeheimen, JVA u.a. Seit 1997 Mitglied im Theaterensemble Orplid. Spielt eigene Theaterproduktionen mit Szenen aus dem Johannesevangelium u.a. mit dem Medium des Menschenschattentheaters.

Ralf Hafner
Freie Theaterarbeit seit 1987. Ensemblemitglied des "Theater A" Friedrichshafen ("Andorra", "Geschlossene Gesellschaft") Engagement im Theater Ravensburg ("Kikerikiste" von Paul Maar). Gründung des Kindertheaters Pelemele (viele Eigenproduktionen, unter anderem ausgezeichnet mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik). Seit 1995 mit dem Komiker-Duo "Die Kavaliere" im In- und Ausland unterwegs (Circus Roncalli- Spiegelzelt, Palais des Fous, Palazzo-Theater).

Das aktuelle Produktionsteam finden Sie unter dem Link "Ensemble"

Mitarbeiter hinter den Kulissen

„Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer!
(Antoine de Saint-Exupery)

Darsteller und Menschen, die im Hintergrund arbeiten, reichen sich bei diesem Projekt die Hand und arbeiten gemeinsam um dem Publikum ein unvergleichliches Erlebnis zu schenken.
Dabei ist auch die Kunst der Kooperation zwischen verschiedenen politischen und anderen Einrichtungen gefordert.
So kommt Unterstützung vom Bürgermeister, dem Ortsauschuss, der freiwilligen Feuerwehr, der Kreisdirektorin, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Schützenverein, dem Reisebüro Becker...
Auch die vielen Helfer, welche z.B. den Vorverkauf organisieren, die Bänke tragen, die Getränke während der Aufführungen verkaufen, die Kasse machen, als Ordner für einen reibungslosen Ablauf sorgen: sie alle sind Teil eines großen sozialen Kunstwerkes.

Die ehrenamtliche Mitarbeiter: Vereinsvorsitzende (drei), Schatzmeister (ein), Kassenprüfer (ein), Schriftführer (ein), Transporthelfer (zwei), Internetverwaltung (ein), Öffentlichkeitsarbeit (zwei), Ticketing (zwei), Kostümbilderinnen (zwei), Schneiderarbeiten (fünfzehn), Requisite (zwei), Maskenbildner (zwei), Kinderbetreuung (fünf), Parkplatzeinweiser (zwei), Ordner (fünf) und und und...

Die Vereinsvorstehenden sind:
Petra Mausolf, Maria Süßbauer, Marie-Luise Streng       

Warum Kinderbuchklassiker inszenieren?
Mit unseren Inszenierungen sprechen wir ein Familienpublikum an. Die Großmutter genauso wie den Enkel und die allein erziehende Mutter. Wir schaffen ein Großereignis, bei dem sich die ganze Altersstruktur der Bevölkerung begegnen kann.
Und so hoffen wir, einen Ort der Begegnung für alle Familien zu schaffen.

Mitgerissen von der Magie der verschiedenen Schauplätze, der Spielfreude des riesigen Ensembles und den zauberhaften Figuren, die in der Natur zu entdecken sind, während die Zuschauer wandern, begegnen sich alle Altersstufen im gemeinsamen Erleben einer spannende Abenteuergeschichte, die aktueller nicht sein kann und doch aus so schönen Bildern besteht, dass auch Kinder sie gut verstehen können.

Für jeden ist etwas dabei. Die Kinder fiebern mit den Helden der Geschichte, andere sind neugierig, miterleben zu können, wie Freunde und Verwandte in anderen Rollen kaum noch zu erkennen sind.

Oder: Dat moss de gesenn han. Et alefterer Jerti als oeverschte Hex und singe Pitte als  Zauberblömche.“
Die Selbstverständlichkeit, mit der Jung und Alt zusammenkommen, findet genauso im Ensemble statt. Dies ermöglicht eine Inszenierung, die allen Spaß macht.
Die vielen kleinen und großen Darsteller, die Musik, die Natur, die Begeisterung der Mitwirkenden, das kindlich Verspielte.... das alles hinterlässt, gemeinsam erlebt, bei den  Familien einen nachhaltigen Eindruck.

Die Entstehung des Stückes
Zunächst einmal musste die Geschichte und damit eine dramatisierte Fassung gefunden werden. Anschließend wurden alle Menschen eingeladen, die an dem Projekt teilnehmen wollen. Die Geschichte des Stückes wurde den Darstellern vorgestellt, sofern sie nicht schon bekannt war. Nachdem in einem weiteren Treffen die Rollen verteilt werden und auf das große Ereignis eingestimmt wird, werden wir im April mit den Proben beginnen.
Figuren werden entwickelt und das Zusammenspiel erprobt.
Verschiedene Spielorte werden ausgewählt und gestaltet. So wird ein Platz im Wald zum fantastischen Ort, von dem die Zeit kommt.
Die Übergänge zu den Spielorten werden mit viel Phantasie und Kreativität zu einem echten Erlebnis.
Die Musik wird komponiert und mit dem Chor und den Musikern einstudiert. Die Musik ist immer eine der wichtigsten Säulen der Inszenierung. Jedes Jahr gab es Lieder, die zu wahren Hits avancierten und nach dem Projekt auf der Fahrt in die Sommerferien rauf und runter gesungen wurden. (Siehe beigelegte CD)
Die vielen Kostüme werden entworfen, geschneidert und anprobiert.
 
Requisiten werden gebastelt.
Das Bühnenbild wird gebaut.
Die Presse wird informiert, Plakate und Handzettel werden entworfen, gedruckt und verteilt.
Anfang Juni wird dann alles bisher Erübte in großen Durchgangsproben zu einem Ganzen zusammengefügt. Die Dynamik des Gesamtbogens wird erprobt.